Interview Gesellschaft

Sabine Heißing

Leiterin der IT und Mitglied der Geschäftsleitung des Geschäftsfelds

„Gutes tun, und darüber sprechen.“

Für Sabine Heißing sollte das gesellschaftliche Engagement des Geschäftsfelds im Kontext der umfangreichen Aktivitäten der Körber-Stiftung gesehen werden. Im Interview unterstreicht sie die Rolle der Mitarbeiter als Initiatoren, appelliert an deren Bürgersinn und fordert eine aktivere Kommunikation.

Welchen Nutzen kann der proaktive Umgang mit gesellschaftlichen Themen für das Geschäftsfeld haben?

Ich denke, dass es hier nicht um den Nutzen für das Geschäftsfeld gehen kann. Für ein erfolgreiches Unternehmen muss es selbstverständlich sein, einen Teil des Geschäftserfolges an die Gesellschaft zurückzugeben. Dies kann zum Beispiel auch durch gesellschaftliche Engagements geschehen. Und genau dies hat uns unser Gründer Kurt A. Körber in ganz besonderem Maße vorgelebt. Er hat das Engagement fest in der DNA des Unternehmens verankert und mit der Körber-Stiftung den Grundstein dafür gelegt, dass sein Vermächtnis auch weiter getragen wird.

Wie setzen Sie am Standort Bergedorf die Schwerpunkte für das gesellschaftliche Engagement?

Mit dem Nachhaltigkeitskonzept haben wir einen Rahmen geschaffen und die gesellschaftlichen Themen auch auf der Ebene des Geschäftsfelds verankert. Die Prozesse sind bei unserem Sustainability Manager gebündelt. Und das macht auch Sinn, um Synergien zu nutzen. Viele Aktionen, wie die Computerspende, werden von dort aus initiiert und dann von den Fachbereichen, in diesem Fall der IT, unterstützt.

Welche Themen sind für Sie im Geschäftsfeld besonders wichtig?

Hierzu gehört in jedem Fall die Ausbildung junger Menschen. Nicht, dass wir hier noch mehr machen müssten. Ganz im Gegenteil: Wir haben eine exzellente Ausbildung bei uns im Geschäftsfeld und werden hierfür auch immer wieder ausgezeichnet. Wir bilden über unseren eigenen Bedarf hinaus aus, engagieren uns in Initiativen an den Schulen und tragen damit Bildung in die Gesellschaft hinein. Von daher halte ich das Engagement des Geschäftsfelds für weitgehender als dies vielen vielleicht bekannt ist. Deshalb sollten wir uns auch nicht immer so norddeutsch zurückhalten, sondern auch mal darüber sprechen, wenn wir etwas Gutes tun.

Wieso ist das gesellschaftliche Engagement Ihnen als Bürgerin und als Führungskraft ein Anliegen?

Ich bin überzeugt davon, dass das Engagement ein Grundbaustein unserer Gesellschaft ist, ohne den sie nicht oder nicht richtig funktionieren kann. Wir dürfen als Menschen nicht in dieser Erwartungshaltung verharren, dass alles für mich organisiert wird, nur weil ich Bürger von Deutschland bin, sondern ich muss mich jeden Tag engagieren. Ob das nun immer mit freiwilliger Arbeit ist, oder ob man über Mitgliedsbeiträge die Arbeit anderer ermöglicht – da gibt es ja viele Wege. Auf jeden Fall sollte das jedem Bürger ein Anliegen sein. Außerdem verdient das ehrenamtliche Engagement unseren täglichen Respekt. Manchmal gibt es ja Auszeichnungen dafür, aber im Grunde viel zu selten. Vielleicht wird es manchmal als zu selbstverständlich gesehen.

Wie haben Sie die „We mook dat!“-Aktion des letzten Jahres erlebt, an der sie auch persönlich beteiligt waren?

Diese „We mook dat!“-Aktivitäten sind sehr beeindruckend, vor allem weil sich zeigt, dass man mit vielen Händen auch eine sehr große Aufgabe bewältigen kann. Das macht zum einen unheimlich viel Spaß, aber man geht auch mit einem sehr guten Gefühl nach Hause, weil man etwas an die Gesellschaft zurückgeben konnte. Bei dem anschließenden Beisammensein am Abend hat man den Menschen angemerkt, wie hochzufrieden alle waren. Hinzu kam der festliche Rahmen der Veranstaltung, der die Teilnahme zu einer Auszeichnung macht. Auch sonst tut das Unternehmen viel für gute Rahmenbedingungen, etwa indem es den Menschen durch flexible Arbeitszeitmodelle ermöglicht, ehrenamtliche Tätigkeit mit dem Job zu vereinbaren.

Welche persönlichen Erfahrungen prägen Ihr Verständnis von gesellschaftlichem Engagement?

Eine prägende Erfahrung, die schon viele Jahre zurückliegt, habe ich mit einem Kollegen gemacht. Der hat nach einer Indienreise auf einer Betriebsversammlung von dem Elend und der Not der Menschen in dem Land erzählt und spontan eine Stiftung gegründet, an der sich dann das Unternehmen, aber auch wir Mitarbeiter beteiligt haben. Und ich habe seither regelmäßig Patenkinder in Indien. Was ich damit sagen möchte: Es wird eben auch vieles von den Mitarbeitern selbst initiiert. Seitens des Unternehmens ist es dann wichtig, diese Aktivitäten finanziell oder durch ein Zeitbudget zu unterstützen. Man muss das Engagement würdigen, aber das Unternehmen kann gar nicht so viel mehr machen.

Es braucht immer die Mitarbeiter, die sich engagieren?

Das Beispiel zeigt, wie nachhaltig solches Engagement sein kann. Diese Stiftung ist immer noch aktiv und es gibt auch heute noch viele Mitarbeiter, die regelmäßig ihren Beitrag dazu leisten. Ich kann daher den Appell nur zurückgeben: Es braucht vor allem ein Bewusstsein für den Sinn eines bürgerschaftlichen Engagements seitens der Mitarbeiter – das aber im Übrigen schon sehr hoch ist. Das Geschäftsfeld kann nur den Rahmen schaffen. Die Erfahrung zeigt, dass dieser Ansatz funktioniert. Denn es engagieren sich tatsächlich sehr viele Mitarbeiter freiwillig für gesellschaftliche Belange.

Wie wichtig ist Ihnen als Verantwortliche für die IT im Geschäftsfeld Tabak das Thema Digitalisierung als Bestandteil des gesellschaftlichen Engagements?

Das ist ein gutes Beispiel für die gesellschaftlichen Aktivitäten der Körber Stiftung. Sie hat sich unter dem Stichwort „Digitale Mündigkeit“ des Themas schon angenommen. Die Stiftung hat hier ein breites Portfolio an Aktivitäten auch zu Themen wie Forschung und Lehre oder internationalen gesellschaftspolitischen Fragen.

Ansprechpartner

Als Sustainability Manager für das Geschäftsfeld Tabak ist Dirk Kronenberg Ihr Ansprechpartner für Fragen und Anmerkungen rund um das Thema Nachhaltigkeit.
Tel. +49 40 72 50-29 22, E-Mail

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